Rückenschmerzen gehören in Deutschland mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Und auch Verspannungen im Bereich des Nackens oder der Halswirbelsäule sind gar nicht mehr so selten. Solche Verspannungen können natürlich eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Ursachen haben, doch in vielen Fällen rühren die Verspannungen von einer falschen Haltung beim Liegen her. Denn viele Daunen- oder Federkissen beispielsweise sind nicht optimal auf die Bedürfnisse der menschlichen Schlafhaltung abgestellt und sorgen so dafür, dass im Schlaf die Halswirbelsäule abknickt und so in eine unnatürliche Haltung gerät. Die Folge sind dann schmerzhafte Verspannungen, die sich unter Umständen sogar zu sehr handfesten gesundheitlichen Problemen auswachsen können, wenn die Verspannungen dauerhaft sind. Neben Behandlungsmethoden wie unter anderem Massagen kann man solche Verspannungen aber auch noch viel einfacher beheben, und zwar durch ein sogenanntes orthopädisches Nackenkissen.
Anders als herkömmliche Kopfkissen ist ein solches orthopädisches Kissen deutlich kleiner. Während also bei einem herkömmlichen Kissen oft auch die Schultern auf dem Kissen aufliegen, was dann zum Abknicken der Halswirbelsäule und damit zu den Verspannungen führt, hat auf einem orthopädischen Kissen ausschließlich der Kopf Platz. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Schultern eben nicht mit auf dem Kissen, und damit auf nahezu gleicher Höhe wie der Kopf liegen, sondern bei einem orthopädischen Kissen liegen die Schultern deutlich tiefer. Und dies bedeutet, dass der natürliche Abstand zwischen Kopf und Schultern auch im Schlaf gewahrt bleibt und die Halswirbelsäule demzufolge nicht abknicken kann.
Um die richtige Kopfhaltung auch im Schlaf zu unterstützen, haben die entsprechenden Nackenkissen zudem meist eine S- oder auch eine Wellenform. Diese Formen sind, anders als das Recht- oder Viereck normaler Kissen, optimal an die natürliche Haltung von Nacken und Kopf angepasst, sodass ein weiterer möglicher Grund für Verspannungen entfällt. Gefertigt sind die speziellen Kissen meist entweder aus Latex oder aus einem mittelharten Schaumstoff. Darüber hinaus sind diese speziellen Nackenkissen oft mit einem so genannten viskoelastischen Schaum gefüllt, der für eine zusätzliche Stützung der Nackenmuskulatur sorgt. Aber auch “Naturfüllungen” beispielsweise mit Hirseschalen, Buchweizen oder Dinkel sind möglich. Geeignet sind die orthopädischen Kissen vor allen Dingen für Rücken- oder Seitenschläfer, weniger für Bauchschläfer. Mitunter werden die Kissen auch bei Patienten mit einem Schleudertrauma oder einer cervicalen Skoliose angewandt. Wie teuer ein solches Nackenkissen ist, hängt vor allem von der Art des verwendeten Materials, der Größe und der Verarbeitung ab. Soll das Nackenkissen zusätzlich für Allergiker geeignet sein, müssen Käufer mit einem kleineren oder größeren Preisaufschlag rechnen.